Studium bei der Bundeswehr

26. April 2012

Studium

Studium bei der Bundeswehr Für den, der nach dem Abitur eine akademische Laufbahn einschlagen möchte, ist der Gang zur Bundeswehr eine Überlegung wert. Die Bundeswehr verfügt über eigene Universitäten an den Standorten München und Hamburg. Diese Bundeswehruniversitäten wurden in den 70er Jahren gegründet, um jungen Soldaten und Offizieren ein ziviles wissenschaftliches Studium zu ermöglichen. Mittlerweile stehen beide Universitäten im Rahmen der zur Verfügung stehenden Kapazitäten auch Studenten offen, die keine Bundeswehrangehörigen sind.

Große Auswahl an Studienrichtungen

An den Bundeswehruniversitäten können eine Reihe attraktiver Abschlüsse erworben werden, die rechtlich denen von anderen Universitäten gleichgestellt sind. Zu den angebotenen Studienrichtungen gehören

  • Geschichtswissenschaft,
  • Pädagogik,
  • Psychologie,
  • Informatik,
  • BWL,
  • VWL,
  • Bauingenieurwesen und Vermessungswesen,
  • Luft- und Raumfahrttechnik,
  • Bildungs- und Erziehungswissenschaft sowie
  • Sportwissenschaft.

Darüber hinaus besteht für Angehörige der Bundeswehr die Möglichkeit, ein Medizinstudium aufzunehmen.

Medizin studieren in finanzieller Sicherheit

Das Medizinstudium für Bundeswehrangehörige findet nicht an einer der beiden Bundeswehruniversitäten, sondern an der medizinischen Fakultät einer öffentlichen Universität statt. Weil dem limitierten Bundeswehr-Angebot an Medizinstudienplätzen eine etwa fünfmal so hohe Zahl an Bewerbern gegenübersteht, werden Aufnahmetests durchgeführt. Hat man einmal diese Hürde überwunden, so erwartet einen ein Studium in finanzieller Sicherheit und mit der Garantie, nach den bestandenen Abschlussprüfungen als Arzt, Dozent oder Wissenschaftler bei der Bundeswehr tätig sein zu können. Nach dem Studium dient man bei der Bundeswehr noch mindestens 12 Jahre. Danach kann man die Armee entweder verlassen, um neue Aufgaben wahrzunehmen oder die bisherige Karriere fortsetzten.

Hohes Einkommen und kostenlose Unterkünfte

Als Student der Bundeswehr hat man viele Vorteile. Bundeswehrstudenten sind während der gesamten Studienzeit finanziell abgesichert, denn sie beziehen, solange das Studium dauert, ein komplettes Offiziers- oder Anwärtergehalt. Zudem erhalten Bundeswehrstudenten unter 25 Jahren für die Zeit des Studiums kostenfreie Unterkünfte in Apartments für ein bis zwei Personen. Für ältere Studenten kostet das Apartment 80 Euro. In der Regel wird das Studium nicht vorher abgebrochen, sondern bis zum Ende durchgezogen. Exmatrikulationen sind nicht üblich. Wird die Abschlussprüfung nicht bestanden, so können die ehemaligen Studenten weiter dienen, aber nicht die vorgesehene Laufbahn einschlagen.

Verkürzte Studiendauer

Die Zugangsvoraussetzungen für das Studium an einer Universität der Bundeswehr gleichem im Wesentlichen denen für andere Universitäten. Doch ähnlich wie bei der gehobenen Polizeilaufbahn ist neben dem Abitur das Durchlaufen eines Aufnahmetests erforderlich, bei dem auf sportliche Fitness geachtet wird. Im Vergleich zum Studium an öffentlichen Universitäten, kann das Studium an einer Bundeswehruniversität in einer kürzeren Zeit abgeschlossen werden. Die Studienabschlüsse können nach drei Jahren erworben werden, wobei jedes Studienjahr in Trimester unterteilt ist. Es steht also weniger Zeit zur Verfügung, um sich das für die Abschlussprüfung erforderliche Wissen anzueignen. Wegen dieser schwierigen Bedingungen beträgt die Durchfallquote etwa 30 Prozent.

Beste Karriereaussichten

Aufgrund des straffen und kurzen Studiums ist man nach Ablauf der folgenden zwölf Dienstjahre erst Anfang bis Mitte dreißig und hat die besten Voraussetzungen, eine zivile Karriere zu starten. Wegen der bereits erworbenen Führungsqualitäten haben Bewerber mit einem Bundeswehrhindergrund in der freien Wirtschaft beste Aufstiegschancen. Beispielsweise befinden sich unter den Absolventen der Bundeswehruniversitäten Vorstandsmitglieder von BMW und ThyssenKrupp.

 

Bild Hörsaal: ZUMQUADRAT – Fotolia.com

Bild Doktorhut: raven – Fotolia.com

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