Wissenswertes zum Kindergeld

27. Januar 2012

Studienfinanzierung

Wissenswertes zum Kindergeld Ab dem 1.1.2012: Veränderungen beim Kindergeld durch den Wegfall der Einkunfts- und Bezugsgrenze!
Die Gewährung von Kindergeld und die wichtigsten Bestimmungen

Die Unterstützung wird nach dem Einkommenssteuergesetz gewährt und betrifft alle Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres- in Einzelfällen auch darüber hinaus. Das mag auf den ersten Blick verwunderlich sein, aber das Kindergeld zählt nicht zu den klassischen Sozialleistungen im Sinne des Sozialgesetzbuches. Der Gesetzgeber wollte damit vielmehr einen Ausgleich für die Besteuerung von Kindern in Bezug auf das Existenzminimum sicher stellen. Daher sind die Bestimmungen für das Kindergeld auch im Einkommenssteuergesetz geregelt. Die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit nimmt die Anträge entgegen.

Die wichtigste Änderung an dieser Stelle zuerst: Ab dem 1. Januar 2012 kann der Anspruch auf Kindergeld nach dem Abschluss einer ersten Berufsausbildung oder eines Studiums nur dann geltend gemacht werden, wenn das Kind keiner Haupterwerbstätigkeit in Vollzeit nachgeht. Die ehemals geltenden Einkunfts- und Bezugsgrenzen von 8.004,- Euro entfallen ab Januar 2012. Nicht Anspruchsschädlich dabei ist jedoch eine wöchentliche Arbeitszeit von maximal zwanzig Stunden.

Aber auch ein volljähriges Kind kann Kindergeld Anspruch haben, wenn

  • es sich auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz befindet
  • noch zur Schule geht oder sich in einer Berufsausbildung befindet
  • gerade ein freiwilliges soziales Jahr absolviert
  • oder eine Übergangszeit von maximal vier Monaten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten besteht

Darüber hinaus besteht ebenfalls ein Kindergeldzahlungsanspruch, wenn das Kind wegen einer Behinderung nicht in der Lage ist, einer Erwerbstätigkeit nach zu gehen. Weiterhin ist der Erhalt ebenfalls dann möglich, wenn das Kind das einundzwanzigste Lebensjahr noch nicht vollendet hat, keine Beschäftigung hat und sich arbeitsuchend gemeldet hat. Liegt einer dieser Situationen vor, muss noch nicht einmal geprüft werden, ob eine Erwerbstätigkeit vorliegt, die ansonsten der Bewilligung von Kindergeld entgegenstünde.
Kindergeld erhält grundsätzlich jeder, der seinen Wohnsitz in Deutschland hat. Auch derjenige, der im Ausland wohnt, aber in Deutschland einkommenssteuerpflichtig ist, hat ebenfalls Anspruch auf Kindergeld.

Als „Kinder“ in diesem gesetzlichen Sinne sind Menschen zu bezeichnen, die mit dem Antragsteller/ Antragstellerin dem ersten Grade nach verwandt sind. Dazu gehören auch adoptierte Kinder. Ebenso zählen dazu die Kinder des Ehegatten als auch die Enkelkinder, so sie im Haus des Antragsteller/ der Antragstellerin leben. Auch Pflegekinder hat der Gesetzgeber in diese Regelungen mit auch genommen, wenn sie mit diesem in einer dauerhaften familiären Beziehung leben. Einen Anspruch können immer nur die Eltern, nicht jedoch das Kind, stellen. Die derzeitige Höhe beträgt 184,- Euro für das erste und zweite Kind; beim dritten kommen dann noch einmal 190,-Euro dazu.

Besonderheiten

Das Kindergeld ist eine Zuwendung des Staates zur Sicherung der Existenz und keine Sozialleistung. Es wird jedoch bei der Berechnung der ALGII Ansprüche hinzugezogen. Beim Bezug von BAföG ist immer nur der Zuschuschussanteil nicht jedoch der Anteil des Darlehens auf das Kindergeld anzurechnen. Umgekehrt wird das Kindergeld nicht bei der Berechnung der Bafög Höhe angerechnet. Bei einem Studium des Kindes endet die Zahlung mit der Vollendung des fünfundzwanzigsten Lebensjahres.

Bild: sizta – Fotolia.com

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