Verschuldungsrisiko bei Studentenkrediten

23. Januar 2013

Studienfinanzierung

Die Finanzierung des Lebensunterhalts während des Studiums ist häufig eine große Herausforderung. Nicht jeder Student hat Anspruch auf eine Förderung durch das BAföG, auch die eigenen Eltern können nicht immer unterstützen. Ein Studienkredit ist häufig eine naheliegende Lösung – doch die bringt auch Risiken mit sich.

Wenige Studenten nehmen Kredit in Anspruch

Eingeführt wurde die Möglichkeit, einen Studienkredit aufnehmen zu können, als in vielen deutschen Bundesländern die Semestergebühren eingeführt wurden. Die Mehrbelastung von meist 500 Euro im Halbjahr könnte für viele Studenten anders kaum aufgefangen werden, so die Meinung der Politik. Tatsächlich nehmen allerdings nur etwa 4% aller Studenten ein solches Darlehen in Anspruch. Meist kommt es zu einer monatlichen Auszahlung kleiner Beträge und günstigen Zinssätzen. Der Unterschied zum BAföG: Neben der Verzinsung muss auch der komplette Betrag zurückgezahlt werden, nicht nur die Hälfte. Die Studenten können in der Regel dagegen keine Sicherheit bieten, außer die eigene Ausbildung – mit hoffentlich günstigen Aussichten auf einen lukrativen Job.

Expertenrat: Studienkredit besser vermeiden

Das große Geschäft wittern einige Banken dagegen jetzt schon. Nach dem Ende des Studiums müssen die Kredite nicht sofort zurückgezahlt werden. In wiederholten Fällen überraschte die Bank allerdings ehemalige Studenten mit eiligen Rückzahlungsforderungen. Entweder sollte der Kreditbetrag in einer Summe zurückgezahlt oder ein Anschlusskredit aufgenommen werden – zu einem neuen, höheren Zinssatz. Damit besteht ein reelles Risiko zur Verschuldung bereits in sehr jungen Jahren, für die Dauer eines gesamten Studiums türmen sich schnell einige Tausend Euro auf. Experten raten deshalb, den Studienkredit als letztes Mittel zur Finanzierung der eigenen Ausbildung zu betrachten. Wird es in Anspruch genommen, sollten die Verträge genaustens verglichen und die Anbieter geprüft werden, denn einige Banken sind bereits für ihr restriktives Vorgehen bekannt geworden.

Privatbanken betrachten Studienkredite als Geschäftsmodell

Die Investition in eine gute Ausbildung ist sinnvoll – nur sollte sie wenn möglich nicht mit einem Studienkredit erfolgen. Besonders, wenn der Sprung in den Arbeitsmarkt nach dem Studium weniger reibungslos gelingt als erhofft, droht schnell der Weg in die Schuldenfalle. Im Gegensatz zur Förderung durch BAföG muss bei einem Studienkredit der volle Betrag plus Verzinsung zurückgezahlt werden. Darüber hinaus hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass Privatbanken wenig Rücksicht auf die finanziellen Engpässe der jungen Berufseinsteiger nehmen. Bei von Angeboten, die mit einem Kredit ohne Schufa werben, sollte der Anbieter bzw. die Konditionen genau geprüft werden. Die Alternative: Kredit von der KfW beantragen, dann muss es sich aber um ein Erst- oder Aufbaustudium handeln.

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