Studieren in Griechenland – welche Auswirkung hat die Finanz-Krise für Studenten?

19. März 2013

Studienfinanzierung

Ein Hörsaal in GriechenlandDie Griechenland Krise hat im Land vielfach zu Perspektivlosigkeit geführt. Der radikale Stellenabbau insbesondere im öffentlichen Dienst und die Kürzungen bei Versorgungsleistungen haben zu schweren persönlichen Einschnitten bei weiten Bevölkerungsteilen geführt. Mit am Schlimmsten trifft es diejenigen, welche kurz vor dem Eintritt ins Berufsleben stehen und doch ohne Aussicht auf einen Job sind: die griechischen Studierenden.

Die Angst vor der Zukunft wächst weiter

Die sinkenden Budgets in Griechenland haben auch vor den Hochschulen nicht halt gemacht. Waren diese bis vor wenigen Jahren noch autonom in Sachen Verwaltung und Finanzen. Mit der Aufgabe dieser Unabhängigkeit von Wirtschaft und Staat wurde auch die Gebührenfreiheit des Studiums abgeschafft. Hiergegen richten sich massive studentische Proteste, die jedoch im Zuge des Sparkurses wenig Aussicht auf Gehör haben. Vielmehr droht eine weitere Verschärfung der Lage durch erneute Kürzungen der Finanzmittel für die Universitäten. Immer mehr Studenten sind dazu gezwungen, neben ihrem Studium zu arbeiten. Nachdem vierzig Prozent der Griechen unter 25 Jahren arbeitslos sind, bewegen sich die gezahlten Löhne allerdings auf einem Niveau, bei welchem an ein geregeltes Studium neben dem Nebenjob kaum noch zu denken ist.

Die Auswanderungsbereitschaft wächst wieder

Vielfach geht es Studenten in Griechenland inzwischen so, dass sie einen Studienabschluss gar nicht mehr anstreben. Denn der heimische Arbeitsmarkt bietet kaum Chancen. Die für das Studium aufgenommenen Studentenkredite sind eine zusätzliche Hypothek für die eigene Zukunft. Aufgrund mangelnder Aussichten entschließen sich deshalb immer mehr junge griechische Akademiker für eine Fortführung ihres Studiums im Ausland. Alternativ wird nach dem Abschluss ausgewandert. Auf diese Weise sinken allerdings auch die Chancen auf eine wirtschaftliche Regeneration Griechenlands von innen heraus. Denn die besten Köpfe verlassen in immer stärkerem Maße das Land.

Die Stimmung bleibt gedrückt

Die Griechenland-Krise hat langfristige Nachwirkungen: Da Politik und Finanzmärkte auf eine Fortführung des harten Sparkurses in Griechenland drängen, ist eine Verbesserung der Lage für die Studenten an den griechischen Universitäten nicht in Sicht. Da zudem die Arbeitsmarktlage im Inland wenig Aussicht auf Hoffnung bietet, wird sich der Trend zur Abwanderung in die USA, nach Saudi Arabien oder andere Länder der Europäischen Union in den kommenden Jahren weiter verstärken.

IMG: JAN BECKE – Fotolia

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