Junge Leute in der Schuldenfalle

23. April 2015

Studienfinanzierung

Inhalt des Artikels sind Schuldenfallen für junge Leute. 100.000 Privatpersonen beantragen jährlich ein Verbraucherinsolvenzverfahren, da sie überschuldet sind. Des Weiteren kommen etliche „noch nicht Zahlungsunfähige“, die Schuldnerberatungen aufsuchen, hinzu, weil sie ebenso erhebliche finanzielle Probleme aufweisen. 2013 hatten die Menschen, die sich in solchen Beratungsstellen Hilfe suchten laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich Schulden von 33.000 Euro.

Zu bemerken ist, dass auffällig viele junge Schuldner unter 25 Jahren hohe Verbindlichkeiten haben, durchschnittlich 7.450 Euro. In dieser Altersgruppe machen Forderungen der Internet- und Telefonanbieter mindestens 18 Prozent der Gesamtschulden aus: Zum Vergleich: In den anderen Altersgruppen ergeben die Handyschulden hingegen nur 2,6 Prozent der ausgebliebenden Zahlungen.

Beim Erstbesuch einer Schuldnerberatung lag das monatliche Nettoeinkommen junger Schuldner 2013 bei durchschnittlich bei 725 Euro. Somit wären also beinahe zwei Monatseinkommen fällig, um ausschließlich die Rechnungen seitens der Telekommunikationsgesellschaften (zirka 18 Prozent) zahlen zu können. In neun von zehn Fällen weisen die Jungschuldner außerdem mehr als einen Gläubiger auf. Es bestehen also Verbindlichkeiten bei mehreren Institutionen. Mindestens zehn Gläubiger weist mehr als jeder dritte Klient entsprechender Beratungsstellen auf.

Tipps zur Schuldvermeidung

Junge Erwachsene sollten ein Haushaltsbuch führen, denn nur so ist ein exakter Überblick über die Einnahmen und Ausgaben gewährleistet. Des Weiteren können Versicherungen helfen. Im Falle eines Unfalls können schnell tausende Euro fällig werden. Eine private Haftpflichtversicherung würde solche Kosten übernehmen. Nicht nur für bereits verschuldete ergibt es Sinn, eine Schuldenberatung aufzusuchen. Zumindest einen Blick in die Verfahren der Schuldenrückführung zu werfen, kann vor unverhältnismäßigen Ausgaben bewahren. Mehr Infos gibt’s auch hier.

Gründe der Überschuldung

Allen voran Arbeitslosigkeit lässt Zahlungsprobleme aufkommen. Das betrifft vor allem auch die unter 25-Jährigen. Darüber hinaus erklärt das Statistische Bundesamt, dass rund in einem Fünftel der Fälle „eine unwirtschaftliche Haushaltsführung“ Auslöser der Überschuldung sei. Diesbezüglich sind Dispositionskredite kein Ausweg. Im Gegenteil: viele junge Erwachsene sind zunächst begeistert wieder liquide zu sein, verschätzen sich und geben das gesamte Geld aus und kommen später nicht mehr aus dem Dispo raus, da die Einnahmen zu gering sind.

IMG: Thinkstock, iStock, Adrian Brockwell

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