Fördermöglichkeiten für Studenten – wenn das BAföG nicht ausreicht

6. September 2012

Studienfinanzierung

Die Quote der Studienanfänger in Deutschland, d.h. die Zahl der Studienberechtigten eines Jahrgangs, die nach dem Erweb der Studienberechtigung tatsächlich ein Studium aufnehmen, steigt kontinuierlich an. Im Jahr 2010 betrug sie etwa 45 %. Der Anteil der Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen lag im gleichen Jahr bei knapp 30 %. Nicht immer sind es fachliche Gründe, die Studenten zum Abbruch des Studiums zwingen. Mancher junge Mann und manche junge Frau hält die Ausbildung aus finanziellen Gründen nicht bis zum erfolgreichen Abschluss durch.

BAföG soll den Lebensunterhalt sichern

Als das Bundesausbildungsförderungsgesetz – kurz BAföG genannt – 1971 in Kraft trat, verfolgte der Gesetzgeber neben der Verbesserung der Chancengleichheit im Bildungsbereich für Kinder aus Schichten mit geringem Einkommen auch das Ziel, das Potential breiterer Bevölkerungsgruppen besser zu erschließen. Das BAföG sollte denjenigen, deren Eltern sie nicht während des Studiums finanziell unterstützen können, ein Studium ohne Nebenarbeit ermöglichen. Die Praxis zeigt aber, dass das BAföG in vielen Fällen nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Einer Erhebung des Deutschen Studentenwerkes zeigt auf, dass zwei Drittel der deutschen Studenten neben dem Studium arbeiten müssen. Zwar wird die Höhe des BAföGs in gewissen Zeitabständen angepasst, aber Studiengebühren, hohe Mieten in den Großstädten und allgemeine Preissteigerungen werden dadurch nicht kompensiert. Damit genug Zeit für das Studium bleibt, kann der Nebenverdienst nur eine Notlösung sein.

Alternativen zum Studentenjob

Reicht das BAföG nicht oder können die Eltern nicht noch tiefer in die Tasche greifen, gibt es seit einigen Jahren als Alternative zum Studentenjob ergänzende Studentenkredite. Im Unterschied zum BAföG werden solche Studienkredite unabhängig vom Einkommen der Eltern gewährt, werden allerdings im Gegensatz zum BAföG, das ja zu 50 % als zinsloses Darlehen gezahlt wird, in vollem Umfang verzinst. Mit Hilfe dieser Kredite ist es Studenten möglich, Miete, Studiengebühren und andere Dinge zu bezahlen und sich voll auf das Studium zu konzentrieren. Verschiedene Banken haben inzwischen spezielle Studentenkredite im Angebot und auch private Geldgeber investieren in sogenannte Bildungsfonds. Sie spekulieren auf den künftigen beruflichen Erfolg der unterstützten Studenten. Für die Kredite werden keine Sicherheiten verlangt, der Kreditnehmer muss aber regelmäßig Leistungsnachweise vorlegen. Eine Anlaufstelle für solche den Interessen der Studenten entsprechende Studienkredite ist http://www.kredit-und-finanzen.de/kredite/studentenkredit.html.

Gute Beratung ist unumgänglich

Vor Abschluss eines Kreditvertrages sollten Sie Vor- und Nachteile abwägen und die Angebote sorgfältig miteinander vergleichen, weil Sie langfristig eine große finanzielle Verpflichtung eingehen. Neben dem effektiven Zinssatz spielt die Rückzahlungsdauer und die Art der Rückzahlung eine wichtige Rolle. Bei einigen Krediten wird eine einkommensabhängige Rückzahlung verlangt, statt Zins und Tilgung bekommt der Kreditgeber in diesem Fall für einen bestimmten Zeitraum nach Abschluss Ihres Studiums einen prozentualen Anteil Ihres Gehaltes. Ein weiteres Vergleichskriterium ist die Karenzzeit, in der Regel brauchen Sie mit der Rückzahlung des Studienkredites erst 2 Jahre nach Studienende zu beginnen.

BILDQUELLEN: Robert Kneschke und Frog 974 – Fotolia

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