Den Studienplatz auf dem Klageweg erstreiten – ist das sinnvoll?

6. Dezember 2012

Studienfinanzierung, Studium

Den Studienplatz auf dem Klageweg erstreitenNoch nie gab es so viele Studierende an den deutschen Hochschulen wie in diesem Semester. Aber auch die Bewerberzahlen waren höher als in den vorhergehenden Semestern, sodass es bei denen, die sich für einen zulassungsbeschränkten NC Studiengang interessieren, viele enttäuschte Gesichter gab. Nicht jeder nimmt einen ablehnenden Bescheid einfach an, sondern klagt dagegen. Wie sind die Aussichten, auf diesem Wege zum begehrten Studienplatz zu kommen?
 

Kapazitäten werden nicht immer ausgeschöpft

Bevor Sie sich ernsthaft mit der Frage auseinandersetzen, ob Sie sich einen Platz im erträumten Studiengang auf dem Klageweg erkämpfen sollten, müssen Sie Ihre Bewerbung penibel überprüfen. Sollte Ihnen ein kleiner Formfehler unterlaufen sein, ist eine Klage aussichtslos und Sie müssen sich zum nächsten Semester mit 100 % korrekten Unterlagen erneut fristgemäß bewerben. Die Praxis zeigt, dass eine Klage gegen die Stiftung für Hochschulzulassung (StfH) keine Erfolgsaussichten hat. Aus diesem Grunde ist es sinnvoll, einen Antrag auf außerkapazitive Zulassung direkt an die gewünschte Hochschule zu richten. Diesen Antrag können Sie stellen, bevor der Bescheid von der StfH kommt, damit Sie die Fristen nicht versäumen. Wird der Antrag abgelehnt und erhalten Sie keinen Platz über die StfH, können Sie ein gerichtliches Eilverfahren einleiten lassen oder eine sogenannte Kapazitätsklage beim Verwaltungsgericht einreichen. Begründet wird diese Klage mit dem Hinweis, dass die Hochschule die bestehenden Kapazitäten nicht voll ausschöpft.

Kosten können erheblich sein

Tatsächlich werden die Hochschulen immer wieder verpflichtet, freie Plätze an Kläger zu vergeben. Gibt es mehr Kläger als Studienplätze, erfolgt die Vergabe per Losverfahren. Wie groß die Erfolgsaussichten tatsächlich sind, kann niemand vorhersagen. Das sollten Sie bedenken, wenn Sie einen Anwalt mit der Vertretung Ihrer Interessen beauftragen. Der Streitwert eines solchen Verfahrens wird mit 5.000 Euro angesetzt, daraus können sich Anwaltskosten in Höhe von etwa 500 Euro ergeben. Kommt es zu einem Vergleichsverfahren – das ist relativ häufig der Fall – müssen Sie die Kosten für den Anwalt trotzdem selbst tragen. Um den Klageweg trotzdem beschreiten zu können, gibt es Anbieter, wie foris-prozessfinanzierung.de, die die Prozess und Anwaltskosten vorfinanzieren.

Sorgfältig abwägen

Die Entscheidung, den gewünschten Studienplatz per Klage zu erobern, sollten Sie sorgfältig abwägen. Die Chancen zu gewinnen, bestehen durchaus, aber nicht jeder kann die Kosten aufbringen.

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