Unterhaltsanspruch

22. Februar 2012

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Unterhaltsanspruch für StudentenEin Studium kostet viel Geld und richtig gut studieren lässt es sich nur, wenn das monatliche Einkommen geregelt ist. Müssen Studenten zusätzlich zum Studium arbeiten, kann es sehr schwierig werden, und die Studienzeiten verlängern sich.

Düsseldorfer Tabelle

Nach der sogenannten Düsseldorfer Tabelle, haben Studenten einen Unterhaltsbedarf von 670,- Euro im Monat. Dieser Unterhalt kann für die durchschnittliche Studiendauer gefordert werden. Das bedeutet, nicht die Regelstudienzeit wird zugrunde gelegt, sondern die Studiendauer, die die meisten Studenten des Faches ebenfalls benötigen, um es erfolgreich abzuschließen.
Ist die Semesterzahl weit überschritten, wird nach den Gründen gefragt. Existieren keine hinreichenden Gründe für die Überschreitung der Studienzeit, und wird der Student als sogenannter „Bummelstudent“ kategorisiert, kann kein weiterer Unterhalt gefordert werden.
Als anerkannte Gründe für die Verlängerung des Studiums gelten aber zum Beispiel, Auslandssemester als sinnvolle Ausbildungsmaßnahme oder eine Unterbrechung des Studiums wegen Krankheit.

Der Unterhaltsanspruch von Studenten kann gegenüber den Eltern oder gegenüber dem Bafög-Amt geltend gemacht werden. Dieses prüft dann die Vermögens- und Einkommensverhältnisse der Eltern des Studenten, die im gegebenen Fall ab einer bestimmten Einkommenshöhe zu den Unterhaltsleistungen für den Studenten heran gezogen werden.

Wechsel der Fachrichtung

Für den Fall, dass die erste Fachrichtung sich als falsche Wahl herausstellt, darf der Student das Fach bis zum 2. maximal 3. Semester wechseln.
Der Student ist verpflichtet nach Beendigung des Studiums spätestens nach einer dreimonatigen Frist eine Anstellung anzunehmen, und für den Fall, dass er in dem durch das Studium erreichten Berufsstand keine Anstellung findet, muss er auch andere Tätigkeiten bis hin sogar Hilfstätigkeiten annehmen.

Arbeitet der Student während seines Studiums so wird das verdiente Geld nach bestimmten Bedingungen auf den Studentenunterhalt angerechnet, und der Unterhalt wird entsprechend gemindert.
Einkünfte des Studenten zum Beispiel aus Renten, Vermietungen eigener Häuser oder Wohnungen, Aktienvermögen und anderes, werden in voller Höhe auf den Unterhaltsanspruch angerechnet.
Für eine Promotion nach dem Studium bestehen keine Unterhaltsansprüche.

Unterhalt nur für die erste Ausbildung

Die Unterhaltsansprüche für das Studium nach einer abgeschlossenen Lehre oder das Zweitstudium varieren. Grundsätzlich gilt, dass von den Eltern nur eine Ausbildung für ein Kind finanziert werden muss und für eine zweite Ausbildung oder Studium kein Unterhaltsanspruch besteht. Es gibt aber Ausnahmen.
Wenn eine erste Lehre, weil der Auszubildende sie nicht schafft, abgebrochen wird, bleibt der Unterhaltsanspruch trotzdem für eine zweite andere Ausbildung bestehen.

Anspruch für ein Studium nach der Ausbildung besteht, wenn dieses Studium zeitnah nach dem Abschluss der Lehre aufgenommen wird und in einem beruflichen Zusammenhang steht, wie zum Beispiel eine Bankbetriebslehre mit anschließendem Studium der Betriebswirtschaftslehre. Wird nach der Ausbildung eine andere Fachrichtung für das Studium angestrebt, erlischt der Unterhaltsanspruch gegenüber den Eltern für dieses Studium.
Dieses kann von Bafög-Regelungen abweichen und der Student wird trotzdem eventuell fähig Bafög-Leistungen bei bestimmten Voraussetzungen erhalten.

Keine Unterhaltsforderungen an die Eltern kann der Student stellen, wenn er einen Ausbildungsweg über die Lehre, anschließendem Fachabitur und erst hieran anschließendes Studium gewählt hat.

Bild: Stiefi – Fotolia.com

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