Meister-BaföG

10. Juli 2012

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Das Aufstiegs-fortbildungsförderungsgesetz – kurz AFBG – wird auch vereinfacht als Meister-BaföG bezeichnet. Es existiert seit 1996 in einer ursprünglichen Form, wurde aber zum 1. Juli 2009 zweitmalig geändert. Ziele des AFBG sind die Förderung einer geeigneten Fortbildung, um die beruflichen Aufstiegschancen zu erhöhen und um notwendige Grundlagen für eine Existenzgründung zu schaffen.

Welche Voraussetzungen sind notwendig?

Es muss sich immer um eine anerkannte Aufstiegsfortbildung handeln. Darunter fallen, unter Einhaltung der Maßstäbe, auch zertifizierte Fernlehrgänge. Der Förderung unterliegen lediglich die sogenannten Meisterlehrgänge und vergleichbare Kurse, die ein ähnliches Abschlussziel verfolgen. Jeder Antragsteller muss über eine geeignete Erstausbildung verfügen. Der angestrebte Abschluss muss diesem höherwertig gestellt sein, darf aber das Niveau einer Meisterausbildung nicht überschreiten. Bei bereits vorhandenen Qualifikationen, die dem Kursziel mindestens gleichrangig sind, ist eine Förderung ausgeschlossen. Dieser Fall tritt beispielsweise bei einem, schon abgeschlossenen, Hochschulstudium ein.
Wurde früher nur eine erste Aufstiegsförderung berücksichtigt, so gilt heute auch eine weitere Maßnahme als förderungsfähig. Bei Vollzeitkursen ist eine maximale Laufzeit von drei Jahren, in Teilzeit von höchstens vier Jahren vorgesehen, wobei immer von einer mindestens zu erreichenden Anzahl von 400 Unterrichtsstunden auszugehen ist.

Wie setzt sich eine Förderung zusammen?

Grundsätzlich werden ein Kurs und die anfallenden Prüfungsgebühren mit einer Höhe von maximal 10.226 Euro gefördert. Dabei spielen weder das Alter noch das Einkommen und Vermögen des Antragstellers eine Rolle. Es sind jedoch die tatsächlich anfallenden Kosten zu belegen. Dieser Maximalbetrag splittet sich in einen Zuschuss in Höhe von 30,5 Prozent und in ein zinsbegünstigtes Darlehen für die verbleibende Summe. Ebenfalls als Darlehen, und zwar mit 50 Prozent, maximal aber mit 1.534 Euro, werden für die Aufwendungen zur Erstellung des Meisterstücks gewährt.
Darüber hinaus können Teilnehmer eines Vollzeitlehrganges Beiträge zur monatlichen Unterhaltsdeckung beantragen. Diese ergeben sich in individueller Abhängigkeit vom Familienstand, der Anzahl vorhandener Kinder und der bestehenden Einkommens- und Vermögensverhältnisse. Auch hier erfolgt ein Teil der Förderung als Zuschuss, der verbleibende Teil wird als Darlehen ausgezahlt.

Besonderheiten der gewährten Förderung

Während der Zeit der Aufstiegsfortbildung, bis höchstens sechs Jahre nach erfolgreicher Beendigung, sind gewährte Darlehen zins- und tilgungsfrei. Beim Einsetzen der Pflicht zur Tilgung sind die mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) getätigten Verträge innerhalb von zehn Jahren zu erfüllen. Unter bestimmten Voraussetzungen, die an Einkommen und Anzahl der Kinder gekoppelt sind, können die Kredite gestundet oder sogar erlassen werden.
Für Existenzgründer gelten, unter Berücksichtigung geschaffener Arbeits- und Ausbildungsplätze, besondere Formen des Darlehenserlasses von bis zu 66 Prozent.

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