Bürgschaft

2. Februar 2012

B

BürgschaftEine Bürgschaft ermöglicht in vielen Fällen die Genehmigung eines ohne Bürgen abzulehnenden Kreditantrages. Zugleich ist sie für den Bürgen nicht vollkommen risikolos. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, sich einer Bank oder einer Bürgschaftsagentur zu bedienen; in der Praxis setzen diese Institutionen jedoch ebenfalls eine hohe Bonität des Kunden voraus, so dass potentielle Kreditnehmer mit geringem Einkommen auf einen privaten Bürgen angewiesen sind.

Die Bürgschaft als Kreditsicherheit

Eine Kreditvergabe setzt Sicherheiten voraus. Zu den üblichen Sicherheiten gehören sowohl vorhandene Vermögensgegenstände als auch ein für die sichere Kreditrückzahlung ausreichendes festes und regelmäßiges Einkommen. Wenn der Kreditnehmer über kein ausreichendes Einkommen und zugleich über keine weiteren Sicherheiten verfügt, kann der Kreditgeber das Stellen eines Bürgen verlangen und auf Grund der positiven Vermögensverhältnisse des Bürgen das Darlehen dennoch vergeben. Dieses Verfahren ist bei arbeitslosen Kreditantragstellern oder bei Kreditanträgen durch Studenten weit verbreitet. Die Bank muss sich jedoch davon überzeugen, dass der Bürge wirtschaftlich tatsächlich in der Lage ist, die aus dem Bürgschaftsvertrag entstehenden Verpflichtungen zu erfüllen. Das früher übliche zwangsweise Bürgen des Ehepartners, auch wenn dieser über kein eigenes Einkommen verfügte, ist somit nicht mehr zulässig. Eine Bürgschaft gilt wegen Sittenwidrigkeit als nichtig, wenn die Höhe der möglichen Forderung in keinem angemessenen Verhältnis zum Vermögen oder Einkommen des Bürgen steht oder wenn dessen Unerfahrenheit in Finanzfragen ausgenutzt wurde. Da der Kreditgeber in diesen Fällen sich bei einem Zahlungsausfall des eigentlichen Kreditnehmers nicht beim Bürgen schadlos halten kann, verlangt die Bank vom Bürgen Auskünfte über dessen Vermögensstand und informiert ihn in der Regel über die möglichen Folgen einer eingegangenen Bürgschaft.

Das Risiko einer Bürgschaft

Das Risiko einer Bürgschaft besteht darin, dass der Hauptschuldner seine Verpflichtungen aus dem Kreditvertrag nicht erfüllt und folglich der Bürge für die Forderung in Haftung genommen wird. Bei der im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) vorgesehenen Grundform der Bürgschaft darf der Bürge erst für die Begleichung der Schuld in Anspruch genommen werden, nachdem eine Zwangsvollstreckung fruchtlos verlaufen ist. In der Praxis verlangen Kreditgeber jedoch eine selbstschuldnerische Bürgschaft, so dass der Bürge auch ohne erfolglos verlaufende Zwangsvollstreckungsmaßnahmen zur Zahlung verpflichtet ist. Sofern der Bürge leisten muss, hat er einen Rückerstattungsanspruch gegen den Hauptschuldner, dieser lässt sich aber in der Realität nur selten verwirklichen.

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